Essener Schüler trainieren gutes Benehmen
Malteser finanzieren "Knigge"-Kurse
"Ich
weiß, dass ich schlechte Manieren habe. Deshalb bin ich hier im
Kurs", sagt einer der Jugendlichen, die den Benimmkurs an der
Bischöflichen Hauptschule Am Stoppenberg besuchen. Ein Benimmkurs an
einer Schule? Das Pilotprojekt zur Förderung junger Hauptschüler,
das vom Malteser Hilfsdienst finanziert wird, startete im November.
Ziel des fünfwöchigen Seminars ist es, den Schülern der
Jahrgangsstufe 9 ein sicheres Auftreten und höfliche Umgangsformen
für den Einstieg ins Berufsleben beizubringen.
Die Initiative für das Projekt ging von den Maltesern aus: "Es ist Teil unserer Kampagne, '... weil Nähe zählt' ", erklärt Norbert Keltermann, Stadtbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes für Essen. "Solche Kurse sind heute überall notwendig. Ich habe schon mit Grund- schülern, Gymnasiasten und sogar Studenten zusammengearbeitet", erzählt Knigge-Trainerin Sabine Napieralla aus Bochum, die den Benimmkurs leitet.
Wichtig sei vor allem, dass die Jugend- lichen freiwillig an dem Seminar teilnehmen. Dies bestätigt auch Schulleiter Reiner Düchting: "Zwang bringt es nicht. Der innere Antrieb ist wichtig." So haben sich 36 der insgesamt 69 Neuntklässler freiwillig für das Seminar angemeldet. In drei Gruppen zu je zwölf Personen sollen ihnen unter anderem allgemeine Umgangsformen, Tischkultur und das richtige Verhalten beim Bewerbungsgespräch nähergebracht werden.
Das
Konzept Napierallas sieht vor, die Themen anhand von Beispielen aus
dem Alltag der Jugendlichen zu behandeln. "Es geht darum, sie zu
sensibilisieren – ihnen Höflichkeit,
Freundlichkeit und Anstand
beizubringen." Dabei sei von großer Bedeutung, den Jugendlichen
klarzumachen, wie wichtig der erste Eindruck – besonders im
Vorstellungs- gespräch – ist. Dazu gehörten auch das äußere
Erscheinungsbild und eine sichere Wortwahl. "Wenn die
Jugendlichen das verinnerlichen, meistern sie jedes
Bewerbungsgespräch. Dann nehmen sie dauerhaft etwas mit", weiß
Napieralla durch das Feedback früherer Kursteilnehmer.
Abschluss
und "Highlight" des Projektes, das in Zukunft noch deutlich
ausgeweitet werden soll, bildet ein Abendessen der Gruppe im Essener
"Sheraton Hotel". Dort können die Jugendlichen das
Gelernte vor Ort anwenden.
(Quelle: Ruhrwort, Ausgabe 48)





