Januar 2011, Essen

Essener Schüler trainieren gutes Benehmen

Malteser finanzieren "Knigge"-Kurse

Der erste Benimm-Kurs der Essener Malteser war ein voller Erfolg. Schülern der Bischöflichen Hauptschule Am Stoppenberg wurden die wichtigsten Regeln im alltäglichen Umgang beigebracht.

"Ich weiß, dass ich schlechte Manieren habe. Deshalb bin ich hier im Kurs", sagt einer der Jugendlichen, die den Benimmkurs an der Bischöflichen Hauptschule Am Stoppenberg besuchen. Ein Benimmkurs an einer Schule? Das Pilotprojekt zur Förderung junger Hauptschüler, das vom Malteser Hilfsdienst finanziert wird, startete im November. Ziel des fünfwöchigen Seminars ist es, den Schülern der Jahrgangsstufe 9 ein sicheres Auftreten und höfliche Umgangsformen für den Einstieg ins Berufsleben beizubringen.

Die Initiative für das Projekt ging von den Maltesern aus: "Es ist Teil unserer Kampagne, '... weil Nähe zählt' ", erklärt Norbert Keltermann, Stadtbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes für Essen. "Solche Kurse sind heute überall notwendig. Ich habe schon mit Grund- schülern, Gymnasiasten und sogar Studenten zusammengearbeitet", erzählt Knigge-Trainerin Sabine Napieralla aus Bochum, die den Benimmkurs leitet.

Wichtig sei vor allem, dass die Jugend- lichen freiwillig an dem Seminar teilnehmen. Dies bestätigt auch Schulleiter Reiner Düchting: "Zwang bringt es nicht. Der innere Antrieb ist wichtig." So haben sich 36 der insgesamt 69 Neuntklässler freiwillig für das Seminar angemeldet. In drei Gruppen zu je zwölf Personen sollen ihnen unter anderem allgemeine Umgangsformen, Tischkultur und das richtige Verhalten beim Bewerbungsgespräch nähergebracht werden.

Das Konzept Napierallas sieht vor, die Themen anhand von Beispielen aus dem Alltag der Jugendlichen zu behandeln. "Es geht darum, sie zu sensibilisieren – ihnen Höflichkeit, Freundlichkeit und Anstand beizubringen." Dabei sei von großer Bedeutung, den Jugendlichen klarzumachen, wie wichtig der erste Eindruck – besonders im Vorstellungs- gespräch – ist. Dazu gehörten auch das äußere Erscheinungsbild und eine sichere Wortwahl. "Wenn die Jugendlichen das verinnerlichen, meistern sie jedes Bewerbungsgespräch. Dann nehmen sie dauerhaft etwas mit", weiß Napieralla durch das Feedback früherer Kursteilnehmer.
Abschluss und "Highlight" des Projektes, das in Zukunft noch deutlich ausgeweitet werden soll, bildet ein Abendessen der Gruppe im Essener "Sheraton Hotel". Dort können die Jugendlichen das Gelernte vor Ort anwenden.

(Quelle: Ruhrwort, Ausgabe 48)

Konzept & Design: qpoint - Contentmanagement und Programmierung: BOOS:DV